Projekte 2018 @ 21 May 2018
Äthiopisches Tanz- und Theater-Ensemble
Neuer Termin - neues Stück: Wie schon angekündigt kommt in diesem Jahr das Äthiopische Tanz- und Theater-Ensemble nach Deutschland. Im Gepäck haben die 12 Jugendlichen ein völlig neues Stück, und auch der Termin der Tournee verschiebt sich.

Elektro- und Kfz-Auszubildende in Frankfurt
Zwölf Elektro-Auszubildende aus dem Jugenddorf Kfar Galim werden im April zu einem einwöchigen Ausbildungsbesuch nach Frankfurt kommen. Dies ist das 10. Mal, dass die Handwerkskammer Rhein-Main Jugendliche, die eine Ausbildung im Elektrobereich absolvieren, beherbegt und ihnen Gelegenheit gibt, sich im intensiven Unterricht durch einen deutschen Meister an neuen Geräten und Methoden zu beweisen. Die Vielfalt des Elektro-Handwerks wird so unmittelbar erfahrbar und spornt die Jugendlichen an, sich noch mehr in ihrem gewählten Ausbildungsberuf zu engagieren und die Erfahrungen in Deutschland für ihre weitere berufliche Laufbahn zu nutzen.

Der Ausbildungsbesuch der Kfz-Auszubildenden bei der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen wird in diesem Jahr nicht im Frühling stattfinden, sondern im Herbst, voraussichtlich in der letzten Oktoberwoche.

Deutsche Polizeiabsolventen, israelische Polizeiauszubildende
In eine neue Runde gehen die Kooperationen mit der Polizei von Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen: Im Juli und August kommen Jugendliche, die in den Jugenddörfern Kannot, Nir Ha'emek und Hodayot eine Einstiegspolizeiausbildung absolvieren, für eine Woche nach Deutschland und erleben bei ihren jeweiligen Gastgebern Training, Aufgaben und Arbeitsmethoden sowie die Strukturen der deutschen Polizei. Schon zuvor, im Juni und Juli, reisen die rheinland-pfälzischen bzw. sächsischen Polizeiabsolventen nach Israel in ihr Partner-Jugenddorf (Nir Ha'emek und Kannot). Neben den Kontakten im Jugenddorf werden sich die deutschen Ordnungshüter ein Bild von der Arbeit ihrer Kollegen in Israel machen.

Feuerwehr
Fortgesetzt wird auch die im letzten Jahr erst begonnene Kooperation mit der Feuerwehrschule Würzburg. Im Sommer kommen 12 Jugendliche, die im Jugenddorf Nahlat Yehuda eine Einstiegsausbildung im Feuerwehrbereich absolvieren, nach Würzburg zu einer Trainingswoche. Grundlegende Methoden des Feuerwehralltags in Deutschland, aber auch spezielle Einsatzszenarien können im hochmodernen Schulungszentrum oder in anderen Einrichtungen der bayerischen Feuerwehr (wie z.B. der Bergwacht in Bad Tölz) praxisnah geübt werden.

Jugendbegegnungen in Marburg und Ayanot
In Marburg trafen sich im November 2017 Teilnehmer der Adolf-Reichwein-Schule und Jugendliche aus dem Jugenddorf Ayanot. Dies war die erste Begegnung eines Multimediaprojekts, bei dem die Schüler unter dem Thema „Geborgenheit - Mein sicherer Platz“ ihre jeweiligen Lebensräume und -umstände erkunden und diskutieren. Breit gefächert waren die Bereiche, aus denen die Jugendlichen Einzelheiten erfuhren, wie z.B. der Wald als Natur- und Kulturlandschaft, der gleichzeitig Wirtschaftsfaktor ist; die jahrhundertelange Knochenarbeit im Bergbau und dessen Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands; ein Kurztrip ins Zentrum der politischen Macht des modernen Deutschland, den Bundestag, der im historischen Reichstagsgebäude residiert. Nicht nur für die israelischen Gäste waren das ganz neue Erfahrungen. Auch viele der deutschen Schüler waren z.B. noch nie in einem Bergwerk.

Im April fliegen die Marburger Schüler nach Israel, um mit ihren Partnern aus Ayanot dann deren Lebensräume zu erkunden. Ein Resumé ihrer Erlebnisse und Erkenntnisse werden die Jugendlichen in den Kurzfilmen ziehen, die sie in zwei Tagen intensiver Arbeit selbst schreiben und produzieren werden. Präsentiert werden diese Filme zum Abschluss der Besuchswoche im Jugenddorf Ayanot in Anwesenheit von Vertretern des Jugenddorfs und der Deutschen Botschaft.<br> <br> Die Begegnungen werden gefördert durch ConAct und das BMFSFJ im Rahmen des Kinder- und Jugend-Plans des Bundes.

Neue Projekte
Last but not least gibt es in diesem Jahr zwei neue, außergewöhnliche Projekte.

Schon Anfang März kommt eine Gruppe beduinischer Mädchen mit drei Betreuerinnen aus Israel nach Frankfurt. Da insbesondere im südlichen Bereich der Negev-Wüste sehr viele Beduinen in untereinander sehr zerstrittenen Stammeskulturen leben und viele der Jugendlichen wenig Zugang zu Bildung haben, hat das israelische Erziehungsministerium in den letzten Jahren Jugenddörfer insbesondere für sie in dieser Region eröffnet. Bis dato wurden jedoch überwiegend Jungen unterrichtet, da die Beduinen nicht gern ihre Mädchen außerhäusig betreut wissen. Ein vor kurzem eröffnetes Jugenddorf nimmt jedoch Jungen und Mädchen gleichermaßen auf. Sie alle haben besondere Führungsqualitäten und starke Charaktere. Die Idee ist, wenn solche Vertreter der einzelnen Stämme miteinander erzogen werden, dass sie schlichtend zwischen den Stämmen wirken können und vor allem Selbstbewusstsein, Emanzipation und Bildung in diese Gemeinschaft tragen können.
Der Besuch in Deutschland soll in der Begegnung mit einer an starken Frauenpersönlichkeiten reichen Kultur und Arbeitswelt gerade für die – im traditionellem Rollenbild sehr benachteiligten – Mädchen Perspektiven eröffnen.

"Darf ich mitspielen?" – Identität, Zugehörigkeit, Ausgrenzung ist das Thema eines Projekts im Juli 2018, an dem je sechs Teilnehmer aus drei verschiedenen Gruppen teilnehmen werden: jüdische Jugendliche, die in Jugenddörfern in Israel leben und teils unterschiedliche Zuwanderungshintergründe haben, Angehörige der Sinti/Roma, die in Deutschland leben, sowie Jugendliche der deutschen Mehrheitsbevölkerung.
Ziel ist es, einerseits in gemeinsamen Aktivitäten und Theaterworkshops Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei Gruppen bewusst zu machen, die Jugendlichen aber andererseits zu ermutigen, aus ihren Gruppen herauszutreten, sich individuell darzustellen und in neuen Konstellationen Gemeinsamkeiten untereinander zu finden.
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